Sonntag, 26. August 2007

Auszüge aus dem Reisetagebuch





"... Über My-denitiy wollte ich reflektieren in diesem Urlaub, spüren, fühlen, schauen und wirken lassen.
Zum ersten werde ich (natürlich) als Frau wahrgenommen - nichts anderes habe ich erwartet.
Zum zweiten kann ich gut im Bikini an den Strand gehen, aber nicht gut damit auf dem Platz herumlaufen.
Zum dritten habe ich zwei mal das Hängerchen mitgenommen für nach dem Duschen, das im letzten Urlaub so praktisch war. Ich hatte es genau von der Dusche bis zum Zelt an, und sonst nie mehr.

Ansonsten bin ich in meinen Junx-Shirts unterwegs und fühle mich damit nicht komisch - auch das ist schon mal eine Aussage. Die ersten Tage waren davon bestimmt, dass ich mich als "Frau die alleine campt" fühlte, wieder so ein "ich muss was beweisen-Gefühl". Der Abend mit den slowenischen Jungs war sehr angenehm, weil sie zwar meine weibliche Gesellschaft suchten, aber wenig auf das "typisch weibliche" abhoben. Außer dass A. meinte ich bräuchte einen Mann, sonst sei ich später einsam. Ansonsten hatte ich mir kurz Gedanken gemacht, ob das jetzt gefährlich sei mit ihnen so spät abends noch allein loszuziehen....."


"... Ich habe "Eine kleine Einführung in das Schubladendenken" von Jens Förster regelrecht verschlungen. Eventuell ergeben sich daraus ein paar interssante neue Gedankenansätze. Die Gefühle, die so hoch wogten im März sind so nicht zu reproduzieren, zumindest nicht in der gleichen Intensität. Vielleicht komme ich eher dahin ein "Mensch mit weiblichem Körper" zu sein. Vielleicht brauche ich die äußere Veränderung nicht wirklich um meinem inneren Menschen zu entsprechen. Vielleicht eher transgender als transsexuell. Heraustreten aus der Gruppenzugehörigkeit "Frau" - zumindest ein Stück weit. Das Hineinfühlen in einen männlichen Köper funktioniert für mich zwar weiterhin gut, hält aber den mannigfaltigen Vergleichen von männlichen Körpern, die ich hier betrachten kann nicht stand. Keiner dabei, den ich gerne mal kurz ausleihen möchte. Meiner ist schon recht - so irgendwie, wenn er auch von außen nicht so aussieht, wie er sich von innen anfühlt. Alles ein bißchen verwirrend und schlecht zu erklären. Auf jeden Fall bin ich für mich nicht bei der "masuklinen Frau" gelandet, was ich nach wie vor irgendwie als abwertend empfände.
Beim Gedanken an Partnerschaft fällt mir besonders auf, dass ich wenig Lust hätte die "weiblichen" Jobs zu machen, irgendwie - Mensch, das darf man ja fast nicht laut sagen - wäre es mir fast am liebsten jemand anders tät das - typisch Pascha sozusagen. Ich tauge einfach nicht gut zum Umsorgen und Hegen und Pflegen - ich gieße dann lieber den Rasen oder schraube ein Regal zusammen und lasse mich dafür loben und am besten noch bekochen. Ob ich mit der klassischen Ernährerrolle allerdings klar käme wage ich zu bezweifeln. Steht ja alles nicht zur Debatte, aber vielleicht sollte ich aufhören irgendwie nach dem Machotypen zu suchen, den ich dann an- und ausschalten kann wie ich möchte. So wird das wohl eher nix.
Einfach mal heraustreten aus den Gesamterwartungen an den Typus Frau - vielleicht wird's dann leichter, wenn die "eigene" Gruppe nicht mehr prizipiell eher gut gesehen werden muss und gleichzeitig der Druck wegfällt der Gruppennorm irgendwie entsprechen zu wollen. Naja neue Denkansätze halt....."



Insgesamt habe ich mir in diesem Urlaub weniger Gedanken über mich in dieser Hinsicht gemacht, als ich erwartete. Das Buch über das Schubladendenken - ein Sach- aber kein Fachbuch - kann ich nur empfehlen, weil es einem ein wenig eine Ahnung davon gibt, wie manche Empfindungen zustandekommen - und weil es Wege aufzeigt, wie man aus der einen oder anderen Gedanken- und Gefühlsfalle entkommt.

Sonntag, 5. August 2007

Ungebremst?

Gerade bin ich von einem Mittagschläfchen erwacht, dessen Träume davon geprägt waren, dass ich irgendwie das Unvermeidliche nicht verhindern konnte. Ich kam immer ein wenig zu spät, oder hatte etwas vergessen oder etwas fasch gemacht.

Eine Szene davon mir aus früheren Träumen bekannt:

Ich fahre Auto und müsste bremsen oder anhalten. Das Auto bremst auch, aber nicht genügend, so dass ich in die Kreuzung hineinrolle, oder wie heute eine enge Kurve nicht bekomme, sondern langsam aber unaufhaltsam in ein anderes Auto hineinfahre. Ist nix passiert - im Traum - nur geträumter Sachschaden.

Bei Wachwerden fiel mir ein, dass sich diese Träume wieder häufen und, dass ich sie schon einmal hatte. Mir fällt aber überhaupt nicht ein, wann das war und vor allem nicht wann das aufhörte. Die Bremsen meines Autos sind zuverlässig und gecheckt, auch haben mir noch nie die Bremsen versagt, bei keinem Auto. Ich könnte mir viel eher vorstellen, dass ich mit mir unterwegs bin und die eine oder andere Kurve nicht kriege, manchmal das Kind mit dem Bade ausschütte, manchmal das richtige Tempo nicht finde und dann gibts "Sachschaden".

Ich werde darüber nachdenken - vielleicht im Urlaub, vielleicht auch später.

Samstag, 4. August 2007

Von der Leichtigkeit des Friseurgangs

Outing!!!!...............?

Jepp, ich tat mich schwer, das erste mal in der Männerabteilung einzukaufen - ein bißchen unwohl fühle ich mich immer noch ab und an - aber das fühlte ich mich in der Frauenabteilung auch - ab und an. So what!

Nach meinen letzten Diensten vor dem Urlaub, nahm ich mir vor, gehe ich zum Friseur und lass mir einen Herrenschnitt machen. Dann hab ich 4 Wochen Zeit mich daran zu gewöhnen - und kann eventuell am Ende des Urlaubs wieder einen Kampflesbenschnitt draus machen lassen. Es ist immer gut ein Hintertürchen zu haben.

Also nachgedacht:

Wann? Wo? Wer guckt mich nicht doof an?

Meine Tochter kennt einen angehenden Friseur, der kennt eine Kollegin die das echt gut macht, da könnte ich einen Termin machen. Ich und Termine machen sind allerdings zwei Dinge die man am besten nicht in einem Satz erwähnt. Wer hat also zum Ende der Arbeit und zum Anfang des Urlaubs keinen Termin? Klaro: Ich.

Heute morgen also dann einen mutigen Moment abgepasst und beim Dorffriseur reingeschneit:
"Ich wollte mal fragen wie's aussieht - habt ihr Zeit?"
"Moment, ich guck mal - nur schneiden, gell? - Achja, nehmen's doch noch kurz Platz"
"Äh, kriegen Sie auch nen Herrenschnitt auf nem Frauenkopf hin?"
"Na klar, wieso denn net?" breites Grinsen "Kopf isch Kopf - wissen se denn schon was se wollet"
"Nicht so wirklich"
"Dann gucken's doch mal in die Bücher... da können's auch eins mit den Herrenschnitten nehmen."
30 min später.... ich bin 8 Euro weniger losgeworden als sonst - breites Grinsen meinerseits - Herrenschnitte sind halt billiger - die Haare sind ab - und kurz und nicht im Kampflesbenstyle. Meine rausgewachsene Färbung macht sich wunderbar, da hab ich wohl den genau passenden Zeitpunkt abgewartet. Schön, die Urlaubsfrisur ist perfekt, jetzt kann der Urlaub kommen...

Sonntag, 29. Juli 2007

Ab auf die Insel

Die Verwirrung ist komplett - die Schubladen passen nicht. Ich bin reif für die Insel. Gut, dass ich nächste Woche fahre - auf irgendeine von den vielen Inseln, die sich vor der Küste Dalamtiens blau grün vom Horizont abheben.

trans - *trans - gender - sex - terror - chaos.

Hey hey - ich pass nicht rein. Ich bin nicht transgender - ich bin nicht transsexuell - und queer, was hieß das nochmal ? ursprünglich?

Wie schon einmal bringt mich die Definitionswut in einer Randgruppe* zunächst zur schieren Verzweiflung dann dazu mich zu ärgern und dann zur Resignation.

My definition is.... ich habe keine! Ich bin ein bißchen transsexuell und ein bißchen mehr transgender, falls ich die Definitionen richtig verstanden habe. Es ist mir schnuppe, ob ein gesellschaftliches binäres Denkschema einen Teil der Schuld daran hat oder nicht. Und auch auf der Insel vor Kroatien werde ich unverändert so sein wie ich bin. Selbst auf die vielbeschworenen einsame Insel werde ich mein gesellschaftliches, mein binäres, mein erlerntes, mein erfahrenes Bild von mir und anderen mitnehmen. Das Konstrukt der einsamen Insel ist ein interessantes - leider scheitert die gedankliche Reise auf die einsame Insel daran, dass die eigene Prägung nicht mal für Sekundenbruchteile ausgeschaltet werden kann - und es bleibt ein theroreitsches "was wäre wenn" - ohne die geringste Aussagekraft.

Also ab auf die Insel - die Urlaubsinsel - und ich mache einen Selbsterfahrungstrip.

Schlussendlich ist es egal, ob die Gesellschaft schuld hat (kann Gesellschaft "schuldig" sein - gibt es überhaupt kollektive Schuld?) oder ob auf der einsamen Insel das gleiche Problem bestünde.
Schlussendlich ist wichtig, dass ich meine Leben gestalte - mich wohl fühle.
Eventuell sind dafür Anpassungen notwendig, weil ich sonst immer mit "der Gesellschaft" kollidiere - bzw. diese mich anders sieht als ich bin, eventuell finde ich auch einen Weg zu sein, der für mich ok ist, ohne dass ich auf das entsprechende Feedback der Gesellschaft angewiesen bin.

Ab auf die Insel - wo mich niemand kennt und ich mit Wahrnehmung und Reflexion spielen kann.

Ab auf die Insel, wo ich unter Menschen mit mir allein sein kann.

Ab auf die Insel, wo ich fühlen möchte in diesem Körper, diesem einzigen den ich habe.

Ab auf die Insel, wo ich beobachten kann:
Die Anderen - wie sie sind, wie sie agieren, wie sie re-agieren auf andere und auf micht
Mich - wie ich bin, wie ich agiere, wie ich re-agiere auf auf andere und darauf wie ich glaube, dass andere mich sehen.

Ab auf die Insel.





*so möchte ich Randgruppe verstanden wiessen: Eine Gruppe von Menschen, die eine Gemeinsamkeit hat, die nicht einen Großteil der Gesellschaft betrifft

Freitag, 20. Juli 2007

Ruhiges Wasser

Ein wenig ruhiger ist es in mir geworden in den letzten Tagen und Wochen. Durchatmen! Ich bin froh darum, denn das ständige Kreisen um ein und dasselbe Thema - täglich und mehrfach - hat mich immens angestrengt. Es hat mich unruhig und rastlos und gleichzeitig müde gemacht. Daneben fordert der Alltag gerade auch nicht wenig von mir.

Nach den Stromschnellen durch die ich gefühlsmäßig seit Mitte März mehr trudle denn fahre scheine ich nun wirklich in ruhigeres Wasser gelangt zu sein.
Unter anderem tut es mir gut mich auf den Urlaub zu freuen - voraussichtlich werde ich meinen kleinen Flitzer einfach gemütlich bepacken und mit Zelt und guter Musik alleine gen Süden fahren. Die letzten Jahre hatte ich diesen Gedanken immer mal wieder und habe ihn zu guterletzt doch verworfen - vielleicht auch weil ich Angst habe mit mir alleine zu sein.

Dieses Jahr fragte ich mich, ob ich ans Meer fahren kann - so wie ich bin, ob ich baden gehen mag - so wie ich bin. Ich bin zu dem Schluss gekommen - dem Meer ist es egal, wie ich bin - und ich liebe das Meer. Ich will es riechen, und sehen, hören und gleich nach der Ankunft begrüßen und mit meinen Füßen und Händen hineingreifen, die Wellen mich umspülen lassen, das Salz schmecken.... Ich will es morgens zuerst hören und riechen, dann sehen - und mich freuen, einfach so bei dem Blick übers Wasser gleiten lassen und den Kieseln beim Kullern zuhören, die Schiffe und Boote vorübergleiten lassen und lächeln wenn Kinder toben und lachen. Morgens aus dem Zelt krabbeln und der ganze Tag ist Freizeit. Kaffee kochen und Tagebuch schreiben, lesen - ein wenig einkaufen fürs improvisierte Abendessen - und an den ersten Tagen ganz viel schlafen und dösen.

Dies alles ist so herrlich unabhängig von all dem Gedankenchaos, das mich begleitet - ist weder männlich noch weiblich - sondern einfach nur schön.

So fühle ich mich in letzter Zeit eher nur präsent - nicht als Mann oder Frau - auch wenn immer wieder das eine oder andere aufblitzt und durch meine Gedanken schießt. Die Mädelsklamotten liegen immer noch im Schrank - was ich ein wenig bedaure, an den heißen Tagen, aber die Versuche sie zu tragen sind gescheitert. Also bleibts bei neutralen oder männlichen Klamotten - in denen ich mich wohlfühle - und in denen niemand etwas anderes sieht als mich, so wie er mich immer kannte. Keine Kommentare, keine komischen Blicke, und ich fühl mich gut.
Lediglich Menschen die mich wenig kennen reagieren irgendwie - vor allem auf Arbeit, wo man mich überwiegend in Dienstkleidung kennt. So bekam ich heute ein "schick, schick" von einer neuen Mitarbeiterin. Ich hab mich artig bedankt und mich gefreut - ich fand mich auch schick.

Es ist gutes Fahrwasser im Moment, weil ich bei langsamer Fahrt besser nachdenken und nachspüren kann, und weil ich nicht dauernd denke, ich müsse etwas unternehmen. Ein letzter Zyklus mit vielen Arbeitstagen am Stück trennt mich noch vom langersehnten Urlaub. Es tut gut, mich mutig zu fühlen - es tut sehr gut, mich weniger verletztlich zu fühlen, weil ich nicht als Frau alleine reise - sondern als Mensch. Das ist ein langersehntes Selbstverständlichkeitsgefühl. Schön, dass es sich langsam und leise, aber stetig in mein Leben schleicht.

So mag ich gerne noch ein wenig in ruhigem Wasser fahren.

Samstag, 7. Juli 2007

Interferenzen


störungen intermittiernd
irritierend

ich bin verunsichert


ich bin
wer
was
oder doch nicht


versunken
verwunschen
unsicher
selbst-unbewußt
selbst-nichtbewußt


nicht selbst gewusst
gesucht
geschwankt
und
zwischen den stühlen


fragen
klagen
NEIN
doch?
oder?


rechts oder links
geradeaus?
bleiben?
gehen?
wohin?


geahnt,
verdrängt
negiert
gehofft
versucht
gescheitert
erfolgreich


sein?
wer
was
warum?
nein nicht warum,
aber wie?
oder anders?


Das bild im spiegel
lügt!
Das photo
bin nicht ich
ich bin anders


der blickwinkel
falsch
schon immer
aber falsch genug?


Ein photo nur
mit richtiger
silhouette
in all den jahren


und so viele bilder
falsch
manche anders
und irgendwie
richtig
aber reicht


irgendwie?

(c) re-laxed

PC-Fundstück aus dem März 2007




Dienstag, 19. Juni 2007

42-1

Heute ist mein 41. Geburtstag. Irgendwie war es kein Tag der sich wie Geburtstag anfühlte, sondern ein ganz normaler Tag. Ich war einkaufen und hab Zeit vergammelt, ein Mittagschläfchen gehalten.
Meine Tochter fragte mich heute abend, ob nicht irgendwas machen wolle - essen gehen zum Beispiel. Sie fand es schade, dass mein Geburtstag einfach so wie ein normaler Tag vorüberging.
Ich hatte keine Lust und keinen Hunger, aber wir waren dann noch einkaufen und haben lecker Salat gemacht und ofenfrisches Baguette gekauft und auf dem Balkon zu netter Musik ganz gemütlich gegessen und ein Glas Wein getrunken.

Erst später kamen wir auf das Thema das mich unablässig beschäftigt. Sie kann es nicht verstehen, Frau sein sei so toll. Ich hätte ihr immer mal wieder vermittelt als Frau habe man es schwer (mea culpa!) aber sie hat beschlossen, dass das gar nicht so ist. Sie erzählte von wunderschönen Momenten in denen sie sich selbst so wunderbar fühlt, und meine Augen füllten sich mit Tränen. Wir haben lange geredet - und ja, sie darf es schade finden - doch für mich bleibt nur, dass ich keine Lust mehr habe auf dieses anstrengende, mühsame, immer kämpferische Dasein. Ich habe es satt.

Wir haben über meine Kleider gesprochen, die ich mir gekauft habe in der festen Absicht mich fraulich zu kleiden und über die Mühsal, die dies immer wieder für mich bedeutete. Darüber, dass ich den Kompromiss suchte an den Tagen, an denen ich ohne Dienstkleidung Bürotage auf Arbeit verbringe, den Kompromiss zwischen dem eigenen Wohlfühlen und den vermeintlichen Ansprüchen der anderen an mich. Sie meinte, dass sie im Nachhinein vielleicht nicht meine Kleider an sich gestört hätten, sondern eben dieses Mischmasch aus Sein und Schein.
Ich habe ihr gesagt, dass ich mir zum ersten Mal wieder vorstellen kann die Haare nicht raspelkurz zu haben - und sie meinte sie hätte Ideen.... na denn... und ich solle mir einen Anzug kaufen... wenn schon dann richtig. Sie hat Erfahrung im Anzug kaufen, sie hat Freunde immer mal wieder begleitet und macht gern die Einkaufsberaterin.

Insgesamt kann sie überhaupt nicht nachvollziehen, was in mir vorgeht und ich kann ihre Traurigkeit darüber, dass ich (dass jemand) sich so nicht in sich wohlfühlen kann auch einfach stehen lassen. Ich hab ihr gesagt, dass ich so froh bin, dass sie so gerne Frau ist - dass ich mich daran freuen kann sie zu sehen in ihrer natürlichen Selbstverständlichkeit - und dass ich sie immer gleich lieb haben werde. Sie bleibt meine Tochter - ich habe sie unter meinem Herzen getragen.

Wenn ich an sie denke, dann tut es mir weh, dass ich es nie erleben konnte, dieses Gefühl richtig zu sein. Als offensichtliche Frau fühlte ich mich nicht richtig - als männlich gekleidete Frau hatte ich den Eindruck, dass von außen Kritik kommt und dies nicht akzeptiert ist und dies wiederum beeinträchtigte mein Gefühl zu sein. Spießrutenlaufen - so oder so. Ob es wohl darauf hinausläuft, dass ich mich entschließe meine nächsten 41 Jahre (wenn es denn soviele werden) als Mann zu leben?
Mein männliches Gefühl, wenn ich es mitnehme nach draussen macht mich sicherer als ich mich all die Jahre fühlte, sogar obwohl es mir niemand ansieht und jeder eine Frau sehen wird, dem ich begegne.

Vielleicht ist das die erste Option, äußerlich zu dem zu stehen was meinem inneren Gefühl entspricht, weitere Schritte ergeben sich dann von selbst, wenn ich denke noch nicht angekommen zu sein.

Nächstes Jahr um diese Zeit hab ich dann vielleicht schon die Antwort auf alle Fragen: 42