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Donnerstag, 28. Juli 2011

Komm mal wieder runter!

Mein Leben ist gerade atemlos. Am Montag starte ich den ersten Job  meiner Freiberuflichkeit das ist aufregend und in den letzten fünf Wochen habe ich vieles zu erledigen gehabt.
Jetzt ist alles getan - außer die Bude aufgeräumt, die Steuererklärung  abgeschickt, das Auto gewaschen, der Arzttermin  gemacht usw. usw. usw. und ich bekomme auch nichts auf die Reihe.

Heute hatte ich Fototermin, ich brauche Bilder für meinen Lebenslauf und solche für die Homepage die entstehen soll -will ich in Zukunft mir doch einen eigenen Kundenstamm aufbauen und nicht mehr auf Vermittlungsbörsen angewiesen sein. Ich hasse Fototermine, aber dieser hat mich glücklich gemacht - ich kann tatsächlich auf Bildern freundlich aussehen.
Danach bin ich zu meiner alten Arbeitsstelle - also der vorletzen - gefahren und habe ein paar Schwätzchen gehalten um die Zeit zu überbrücken,  bis die Bilder fertig sind. Nein zurück möchte ich nicht, nicht unter den Bedingungen wie sie damals waren - und ich möchte gerade auch nicht zurück unter die Fuchtel eines Arbeitsgebers. Die Stelle, für die ich mich vorgestellt hatte, am Rande des Schwarzwaldes, vor zwei Wochen, werde ich trotz guter Gespräche, einer guten Hospitation und regem Interesse des Arbeitgebers, absagen. Mein Gefühl dazu ist nicht gut, schon bei dem Gedanken daran, dass dort mein Arbeitsplatz sein soll, ich den Dienst- und Urlaubsplänen, den Gepflogenheiten ausgeliefert sein würde, macht eine Enge in mir, die sicher nicht gut ist.
Dieses mal habe ich schon im Vorfeld entschieden: Ich höre auf meinen Bauch! Und der sagt,"Llass es! Egal was der dumme Verstand für tolle Argumente hat!"

Ich habe meine Liebste besucht - meine Freundin und geliebten Menschen seit nunmehr fast 30 Jahren. Wir haben ein seltsames Hobby, wir spielen ganze Nächte durch, so wie man als Kind spielt, wenn man "Vater, Mutter, Kind" oder "Cowboy und Indianer" spielt. Wir brauchen dazu keine Requisite und natürlich sind unsere Spiele und unserer Charaktere differenzierter, als sie das zu Kindertagen waren. Es ist eine Leidenschaft in diese erfundenen Welten einzutauchen - auf meiner Homepage (Texte|Home) findet man einige Geschichten, die aus dieser Welt stammen. Über die vielen Jahre, die wir dieses Hobby nun betreiben, habe ich gelernt und gesehen: Alle meine Charactere haben Eigenschaften, die ich auch habe. Manche habe ich lange nicht gesehen, weil es nur ganz kleine Facetten meiner selbst sind und manche mag ich auch nicht - die Facetten, nicht die Charaktere. In diesen schönen und langen Nächten habe ich Facetten an einem meiner Charaktere entdeckt - im Zusammenspiel mit dem Gegenüber, meiner Freundin in ihrer gerade gewählten Rolle. Es hat mich überrascht, was mit meiner Figur passiert, wie sie agiert und was Gutes aus diesem, für sie eigentlich untypischen. Verhalten erwächst. 
"Komm doch mal runter! Setzt dich hier her zu mir und werde still!" sagt mein Gegenüber zu meiner Figur und diese nutzt diese Angebot um runterzufahren und seine Mitte zu finden. 

Nach meinem Besuch beim alten Arbeitgeber habe ich dann meinen alten Mentor an der Straßenbahnhaltestelle gesehen - fast hatte ich gehofft ihn zu sehen. Ich wollte ihn sowieso anrufen, anschreiben, wieder Kontakt aufnehmen. Er hat eigentlich nie Zeit - zumindest nicht ungeplant - ich sagte: "Komm, nur kurz auf ne Cola, 10 min. der Pizzaria gegenüber", er ist mitgekommen und ich habe kurz erzählt was mir widerfahren ist. Zum Abschluss sagte er: " Du bist völlig aufgespult! Du musst wieder runterkommen!"

Mir blieb der Mund fast offen stehen - es stimmt, ich muss wieder runterkommen, ich brauche einen Ort der Ruhe und meine Mitte wieder, Struktur und Klarheit.


Ich habe das Bedürfnis Szenen unserer nächtlichen Phantasien zu malen. Ich werde Malsachen mitnehmen in den Ruhrpott - vielleicht ist es möglich kreativ zur Ruhe zu kommen, zu Malen nicht um des Ergebnisses willen, sondern um der Unruhe, der Sehnsucht und der Rastlosigkeit einen Platz zu geben.
Und schreiben möchte ich - gestern habe ich schon angefangen und einen Text anderswo eingestellt, der viel positive Resonanz bekam. Gefreut hat mich vor allem ein Kommentar einer Leserin, die den Fluss des Yin und Yang darin fand. Das hat mir ein Lächeln aus Gesicht gezaubert - ja, ganz viel Yang in mir - und damit wären wir auch endlich wieder mal beim ursprünglichen Thema.

Sonntag, 23. Mai 2010

Das Haus

"Das Haus in deinen Träumen steht immer für den eigenen Körper"
schrieb eine Kommentatorin in Svenjas Blog dieser Tage.

Schon lange träume ich immer wieder von Häusern - d.h. in den letzten Jahren weniger, aber die Jahre davor immer und immer wieder. Ich wünschte ich könnte zeichnen um diese Häuser festzuhalten mit ihren pysikalischen Unmöglichkeiten, ihren schiefen Winkeln, den verwunschenen Ecken und ihrer Absurdität.

Immer wusste ich dass diese Häuser meine sind, dass ich da wohne und dass es gut ist. Ein Haus würde ich seit Jahren gerne zeichnen können. Am ehesten ist es das Haus auf der gegenüberliegenden Straßeseite - zumindest war es das im Traum, auch wenn Traum und Realität sich nur wenig überschneiden. Das Haus stand auf jedenfall da - auf der anderen Straßenseite.

Es ist ein altes Haus und ein lange unbewohntes aus. Alles ist voller Staub und in den Ecken sind Spinnweben. Die Rolläden - oder bessergesagt die Fensterläden sind zu. Draußen scheint die Sonne und wirft Lichtstreifen durch die Läden. Die Räume sind alle fast leer. In einem großen Raum steht ein riesiger blankgeputzter Holztisch mit vielen Stühlen darum herum und an der langen Seite des Raumes ist soetwas wie eine Bar.

Im Raum daneben steht eine Wiege mit einem Himmel aus verblichenen Farben - ich schrieb davon schon mal ganz zu den Anfangszeiten dieses Blogs - unter my-dentity, was bisher geschah (dort unter dem Titel: Traumhäuser und ungeborene Kinder)
Dieser Traum ist jetzt viele Jahre her und bewegt mich immer noch.
Ich habe mich schon mehrmals mit dem Kind beschäftigt, das wohl in diese Wiege gehören könne - vielleicht ist es jetzt Zeit mich mit dem Haus zu beschäftigen. Vielleicht ist es auch Zeit mit dem Haus das zu tun, was ich mit allen Wohnungen die ich bisher bezogen habe getan habe: Ich habe umgestaltet, angepasst - oder anders als vorgesehen genutzt. Meine Betten standen nie da wo die Architekte sie vorgesehen hatten (deshalb mein immenser Vorrat an Verlängerungskabeln und Mehrfachsteckdosen) - oft auch in einem völlig anderen Raum.

Ich träume nicht mehr so oft von Häusern - dabei mochte ich meine Hausträume eigentlich immer ganz gerne - und kann mich nicht erinnern wann ich den letzten hatte. Bin ich endlich eingezogen?

Ich werde diesen Gedanken wirken lassen.

Montag, 29. März 2010

Erlaubnis erteilt!

Achtung: Dieser Beitrag ist unter dem Aspekt, dass er mit einer nicht ganz unerheblichen Portion Selbstironie verfasst wurde zu lesen - und nicht wortwörtlich ernst zu nehmen.


Da hat mir j-e-m-a-n-d die Erlaubnis erteilt... das reicht mir nicht, denn j-e-m-a-n-d ist ja gar nicht fachlich kompetent, mir die Erlaubnis zu erteilen. Ich nehme nur fachlich geprüfte und vielfach prämierte Erlaubniserteiler, damit ich mir dann die Erlaubnis auch genehmige.


Der knausrigste Erlaubniserteiler bin ich mir wohl selbst – das kann ich mir erlauben mit mir ganz hart zu sein und dann nach anderen schielen, die mir die Erlaubnis erteilen, die ich mir selbst nicht zu geben bereit bin. Fühlt sich gut an und so ein bisschen arrogant auch.

Immerhin hab ich mir damit erlaubt, mich auf einen Sockel zu stellen – schaut doch mal, ich, ich bin ein ganz Harter, ich halte das alles aus – Jawoll ja! – und das obwohl ihr mir die Erlaubnis erteilt habt, ich steh das durch.


Scheint irgendwie schon Sinn zu ergeben, mich da als der mit den Nehmerqualitäten zu präsentieren, obwohl ich mich eher als Weichei empfinde... immerhin kann ich jeder Erlaubnis die ich mir erteile mit den Erlaubnissen von anderen ganz kräftig untermauern.

Jetzt hat mir mein Arzt erlaubt zuhause zu bleiben, ganz offiziell mit gelbem Schein, nachdem meine allerliebste Freundin schon das ganze Wochenende auf mich eingequasselt hat wie auf einen sturen Esel: Du DARFST zuhause bleiben, ich seh doch wie’s dir geht. Und ich denk, ach ein bissel geht noch.... bis ich zwei Stunden später nicht weiß wie ich mich müdes Elend noch ins Bett schleppen soll (ja, Dramatik liegt mir bisweilen auch ganz gut). Also hab ich – ausnahmsweise – ihre Erlaubnis genommen zum Arzt gehen zu dürfen um mir die Erlaubnis – die fachlich kompetente – zu holen, dass ich offiziell krank bin und gar kein schlechtes Gewissen haben muss, dass ich von einem auf den anderen Arbeitstag nicht weiß wie ich ihn schaffen soll. Er hat mir die Erlaubnis erteilt.... und ich fühl mich schon wieder wie ein Betrüger – denn heute geht es mir gar nicht soooo schlecht und ich bin auch nicht soooo müde, nur ein bisschen schlapp halt und nur ein bisschen ausgepowert – das hätte doch locker für einen halben Arbeitstag so halbwegs und einen weiteren halben Arbeitstag mit Zähne zusammenbeißen gereicht.


Ach ja, und da gibt es da haufenweise Leute, Freunde, die mir die Erlaubnis erteilt haben, der zu sein der ich bin. Aber die sind ja nicht fachlich kompetent – deshalb gilt das nicht, also nicht so richtig, sondern nur ein bisschen. Und zu denen, die für fachlich kompetent gehalten werden, geh ich nicht, weil ich mich ja nicht rechtfertigen will, für den der ich bin und überhaupt, denen könnte ich ja alles erzählen, wenn ich nur wollte um das zu bekommen was ich wollte - und von dem ich nicht weiß ob ich es will, oder ob ich mir lediglich die Erlaubnis zu wollen nicht erteile.


Ich werde noch mal mir dem knickerigen Erlaubniserteiler in mir zu Rate gehen – Scheißkerl Alter! Und den Sockel, achja von dem Sockel sollte ich vielleicht auch noch steigen... bei Gelegenheit...... Erlaubnis erteilt.

Freitag, 12. Februar 2010

Basislager

Wenn Menschen einen hohen Berg erklimmen wollen, dann starten sie von irgendwo und nehmen zuerst den Weg ins Basislager. Dort verbringt man dann eine Nacht oder auch ein paar Tage, vielleicht um sich an die Höhe zu aklimatisieren, richten ihr Gepäck und planen die Route, tauschen sich aus mit anderen, die die gleiche oder auch eine andere Tour planen. Und dann irgendwann zum Tagesanbruch startet die Tour zum Gipfel - in der Hoffnung auf eine berauschende Aussicht mit dem Gefühl es geschafft zu haben und angekommen zu sein. Bergsteiger steigen danach wieder ab zum Basislager, deshalb endet hier die Analogie.

"Mein" Forum ist so eine Art Basislager. Menschen kommen von irgendwo daher und schauen sich um. Sortieren ihre Gedanken, tauschen sich aus, mit denen die den Berg schon erklommen haben, mit denen die sich auf ihre Bergtour vorbereiten. Man bereitet sich vor auf einen unter Umständen beschwerlichen Weg, bedenkt Eventualitäten, packt im übertragenen Sinne seine sieben Sachen zusammen - und wirft mehr oder weniger begehrliche Blicke gen Gipfel in fast noch nicht fassbarer Höhe.

In diesem Basislager habe ich mich eingerichtet, seit drei Jahren inzwischen. Ich habe viele kommen sehen und mit manchen habe ich einige Zeit in diesem Basislager mich immer wieder ausgetauscht - auch darüber, warum die Zeit für die Gipfelbesteigung noch nicht gekommen ist und darüber, dass hier die Aussicht doch auch schon ganz schön ist - so irgendwo auf halber Höhe.
Ich erinnere mich an einen, der schon Jahre vor mir im Basislager angekommen war und für sich eine Gipfelbesteigung nie in Betracht zog. Irgendwann hat er das Forum verlassen und ich habe den Kontakt verloren (es soll ihm aber gut gehen, habe ich gehört). Mit anderen Dauercampern in diesem Lager heiße ich neue willkommen und verabschiede und beglückwünsche die, die nachts aufbrechen auf ihrem Weg zum Gipfel. Ich bekomme ihrer Rückmeldungen über den steilen und manchmal steinigen Weg, mache Mut aus der Ferne und lese von Aussichten, die sich "dort oben" eröffnen.
Ich habe mich niedergelassen, irgendwo im nirgendwo. Ein Basislager ist eigentlich kein Ort für einen dauerhaften Aufenthalt - und heute hat wieder jemand seine Tour gen Gipfel gestartet, jemand mit dem ich immer mal wieder in losem Kontakt war - auch so ein Basislagerzögerling wie ich - und ich fühle mich verlassen, es gibt mir einen Stich ins Herz. Ich wünsche ihm alles Gute, dass sein Weg so beständig und bedächtig weitergehen möge, wie ich seinen Aufenthalt im Zwischendrin erlebt habe.
Mein Zelt hier ist kein Haus, kein Wohnort auf Dauer, egal wie oft ich es mir einreden möchte,. Es ist ein Basislager - nicht im Tal und nicht auf dem Berg, nur beim Blick nach unten könnte man meinen man hätte den Gipfel schon erreicht.

Ich winke euch nach, die ihr es wagt und mir ist traurig dabei ums Herz - um mich selbst. Mit den bleiernen Gewichten des Zweifels an den Füßen kann ich euch nicht folgen. Ich bleibe noch eine Weile hier, im Provisorium, und hoffe, dass irgendwann mein Tagesanbruch kommt, an dem ich auch aufbrechen kann.

Dienstag, 9. Februar 2010

Aus einem früheren Leben

Heute habe ich in einem Forum, in dem ich schon etliche Jahre angemeldet und aktiv bin, alte Threads gelesen.

Ich habe mich dort damals als Frau angemeldet und geschrieben und dann, als Trans* in meinem Leben anfing immer mehr Platz einzunehmen, habe ich lange überlegt, ob ich das Profil löschen - oder mich zumindest umbenennen sollte. Ich habe es nicht getan und meinen geschlechtsneutralen Nickname dort behalten und beschlossen meinen ersten Alltagstest virtuell zu starten - unter den Augen mir virtuell bekannter Menschen eine virtuelle Transition durchzustehen.

Es ist ein großes Forum - ein Thread in der Art und Weise: "Hallo Leute ab heute heiße ich Eric" ist dort nicht angebracht. So habe ich nur meine Angaben zum Geschlecht von weiblich auf trans FTM geändert und sonst alles beim Alten gelassen.
In ein paar Gruppen in denen ich Mitglied bin und deren Teilnehmer ich zum Teil auch real kenne habe ich ziemlich zeitgleich zu meinem ersten Coming Out im realen Leben, bekannt gemacht was mich umtreibt.

Inzwischen werde ich in diesem Forum weitgehend männlich wahrgenommen, mein privates Umfeld hat sich umgestellt, bis auf ein paar ganz alte Freunde, bei denen es noch dauert - bei denen ein "sie" aber genauso mich meint wie ein "er", so dass ich nur noch auf Arbeit und von Fremden mangels Passing weiblich angeredet werde.

Wie sehr ich mich daran gewöhnt habe nicht mehr "sie" zu sein ist mir heute beim Stöbern in eben jenem Forum in uralten Threads aufgefallen... als ich zitiert wurde mit Sätzen wie "Wie sie oben schon schrieb..." oder "Ich stimme ihr zu, dass....".
Ich fühlte mich gar nicht mehr gemeint, eher unangenehm berührt und seltsam außen vor.... obwohl dies die gleichen Menschen schrieben mit denen ich heute noch Kontakt habe, die ich inzwischen real kennengelernt habe..... es fühlt sich an wie aus einem früheren Leben.

Und es lässt mich meinen Stillstand in Frage stellen, meine vorgeschobenen (???) Zweifel, ob das alles so ist oder eben doch nur eine Phase, meine Ängste irgendeinen Point of no return zu überschreiten....
Vor knapp zwei Wochen stellte mir jemand die Frage, wie viele Leute mir noch bestätigen müssten, dass ich auf dem richtigen Weg sei... ich habe mich herauslaviert und die Frage ins Lächerliche gezogen...
Ich weiß, dass es mir nur noch einer sagen muss: Ich selbst.

Donnerstag, 19. November 2009

Von der Konstruktion von Geschlecht zum Kaleidoskop

manchmal muss man nur ein Wort hören und ist schon angenervt.

So geht es mir mit der "Konstruktion von Geschlecht".


Ich bin Mensch - in erster und in zweiter und auch noch in 185. Linie. Ich werde Zeit meines kurzen Lebens auf dieser Welt MENSCH bleiben und ich WILL Mensch bleiben.
Von der Sorte Mensch gibt es meines Wissens zwei grundsätzliche Varianten, die dazu dienen bei der Fortpflanzung eine möglichst gute Durchmischung des Genmaterials zu erreichen - und Madame Evolution fand es sinnig dies im Fall von Säugetieren über Männchen und Weibchen zu regeln - und zur Brutaufzucht das Weibchen mit Zitzen auszustatten.

Achja, jetzt bin ich trans-irgendwie und sehe mich als biologisches Weibchen, habe auch geworfen und an meinen Zitzen hat ein Junges gesaugt.
Ansonsten bin ich noch ein kulturelles und sozial geprägtes Wesen mit dem Glück der späten Geburt in Mitteleuropa. Ich verfüge über den unglaublichen Luxus mir darüber Gedanken machen zu können ob ich mich jetzt als Weibchen oder Männchen sehen möchte oder eines bin oder das andere, während mir die Herkunft der nächsten Mahlzeit für mich und meine Brut eher wenig Kopfzerbrechen bereitet, ich muss keine Wintervorräte anlegen und mir trotz meines schon fast greisen Alters keine Sorgen machen ob ich den Winter überstehe.

Ich bin und ich bin nicht (bleibe aber trotzdem Mensch - nur um es nochmal gesagt zu haben).
Ich kann sogar wählen, ob ich meine Diskrepanz die ich fühle äußerlich richtigstelle oder nicht - welche neue Errungenschaft der letzten paar Jahrzehnte.

Konstruiert ist eine Menge - auch eine Menge in dieser Kultur, die Mär vom Einparken und vom Zuhören, die Geschichten von der Venus um vom Mars. Wahre Körnchen mögen sie enthalten und doch spiegeln sie bestenfalls Trends war und sagen über Einzelpersonen gar nichts aus - wie immer bei Tendenzanalysen irgendwelcher Art.
Und jetzt stelle ich fest... ich passe hier nicht und dort nicht - und ich passe hier und dort.... es ist wohl nicht viel mehr dran als an einem Zeitungshoroskop.... es passt halt irgendwie und irgendwie nicht.

Soll ich mir darüber wirklich den Kopf zerbrechen?
Dabei hat mir geholfen mir Menschen anzuschauen, die sich keine Gedanken darüber machen ob Geschlecht konstruiert ist, sondern die für sich einfach davon ausgehen, dass sie prinzipiell so sein können wie sie wollen mit und gegen Klischees - ohne dass sie das - denn es sind ja in der Regel keine Transmenschen - in irgendeinen Konflikt mit ihrem Männchen- oder Weibchensein bringt.

Wieviel weniger sollte es mich also interessieren was Frau tut und Mann nicht, wo ich beides in mir trage, meine weiblichen Gene, mein durch Östrogene geprägtes geliebtes Gehirn, meine Wahrnehmung meines Körpers den ich bewohne (wenn ich nicht gerade in einen Spiegel schaue)?

Lange habe ich nichts geschrieben, vielleicht weil zu viel, vielleicht weil in andere Hinsicht ganz wenig passiert ist - zumindest wenig was sich in Worte fassen lies.
Vielleicht, weil es mir gerade wenig ausmacht beides in mir zu tragen, beides zu sein - und damit so menschlich zu sein, wie alle Menschen um mich herum.
Vielleicht, weil es so selbstverständlich geworden ist, dass meine Menschen um mich herum mich tatsächlich einfach so aktzeptieren wie ich bin ohne mich verbessern zu wollen oder mich in eine Ecke zu schieben. Vielleicht ist es so, weil bei Freunden sein kann und mit ihm fast Männergespräche und mit ihr fast Frauengespräche (falls es soetwas gibt) führen kann.

Es geht mir verdammt gut damit, dass ich mich gerade nicht entscheiden muss, sondern einfach Mensch, Freund, Partner sein kann in dieser männlich-weiblich-sonstwas-bunten Welt.

Nach zwei Jahren gefühlten Geschlechterunterschieden an jede Ecke in die ich blickte, durchmischt und verschiebt sich gerade alles als würde man durch ein Kaleidoskop schauen - und das scheint mir persönlich für mich die richtige und die für mich menschlich am besten passend Sicht auf die Dinge zu sein.

Dienstag, 30. Juni 2009

Die Außenfrau

Nachdem ich nun schon eine ganze Weile in einschlägigen Foren unterwegs bin, ist diese wunderbare Wortkreation Außenfrau in einer kleinen Trans-Mann Gruppe in einem Forum zu einem völlig anderen Thema aufgetaucht.

Ich habe mich spontan in dieses Wort verliebt:

Außenfrau

Außenfrau beschreibt genau das, was ich sonst in vielen Worten auszudrücken, zu umschreiben, zu erklären versuchte.
Außenfrau ist die Hülle die nicht zum Innenmann passt.

Die Außenfrau ist das mit dem ich lebe, der Körper, den ich mitbekommen habe und für den ich nichts kann - so wie niemand. Es ist die Projektionsfläche meines Inneren - und in diesem Fall eine ungeschickte um dem Innenmann Ausdruck zu verleihen.

Außenfrau beschreibt für mich in liebevoller Weise meinen Körper - den ich damit nicht abwerte, sondern dem ich eine neutrale Bezeichnung geben kann. Außenfrau ist eine Tatsache - aber sie hat nichts damit zu tun, dass sie einen Innenmann beherbergt.

Ich werde dieses Wort in meinen aktiven Wortschatz aufnehmen - es ersetzt die Bezeichungen "biologisch weiblicher Körper" oder "als Frau geboren" und ist dabei weniger "wissenschaftlich" und viel näher an meinem Gefühl.

Ich würde mich freuen wenn dieses Wort in den Sprachschatz von Trans-Menschen Eingang finden würde.

Natürlich auch in der Variante "Außenmann"

Freitag, 24. April 2009

Relativ unwichtig

Heute hatte ich meine erste Trainerstunde im Fitnesstudio hier am Ort. Ich war da schon mal vor sechs oder sieben Jahren und jetzt will ich es wieder angehen, da ich mich einfach schlapp, schlaff und wabbelig fühle.
Ich habe eine ganze Weile mit mir gehadert, ob ich wieder das Risiko eingehe schlussendlich für ein halbes Jahr für nix zu zahlen und habe mich entschlossen es zu wagen. Irgendwie kommt das Wohlfühlgefühl in meinem Körper nicht vom Nichtstun und wachsen tut ausschließlich der Bauch mit Fleiß über jeden Hosenbund. Auch wenn es objektiv nicht soooo schlimm ist, fühle ich mich doch dauerhaft unwohl.
Also habe ich letzte Woche einen Vertrag abgeschlossen und aus lauter Gewohnheit und ohne darüber nachzudenken habe ich meinen Namen angegeben und im gleichen Moment gedacht... das stimmt doch nicht. Irgendwie stimmt das nicht. Trotzdem habe ich den Mund gehalten und mich noch eine Weile mit der netten Frau am Empfang unterhalten, die auch noch so heißt, wie man mich gelegentlich genannt hat wenn man meinen Namen abkürzt. Brrrrr.

Die letzten Tage habe ich dann dieses Problemchen mit mir rumgetragen, neben all den anderen Dingen die mich beschäftigt haben. Dabei sagte mein Verstand mir es sei doch völlig egal wie man mich nennt und ich bräuchte mir keinen Kopf zu machen und die Leute nicht verwirren. Doch mein Gefühl wollte da nicht mit und fand es gar nicht in Orndung da jetzt mit diesem Namen bekannt zu sein.

Ich habe mir also Gedanken über ein Coming Out gemacht und kam zu keinem Schluss. Gefühl versus Kopf versus Angst. Ich hatte auch noch keine Entscheidung getroffen als ich hineinspazierte, doch als der Trainer sich mir vorstellte: " Ich bin der Marcus" war es ganz einfach einen Kompromiss zu finden. "Ich bin Eric, ich heiße zwar XX, aber meine Freunde nennen mich Eric". "Kein Problem!" sagte Marcus und das Ding war gegessen.

Im Verlauf der Ananmese kam das Thema dann auf Frauen und Männer, Körperfettanteil und ähnliches und ich habe noch eine Bemerkung dazu losgelassen, dass ich mich als nicht so wahnsinnig weiblich sehe und er meinte: "Das hab ich mir schon gedacht." Auf das Anamnese Forumlar schrieb er: Nachname, Vorname Rufname: Eric. (Dreimal unterstrichen)

So einfach kann es sein.

Relativ unwichtig wie man mich jetzt nennt und doch sind Namen nicht nur Schall und Rauch, mir ging es gut bei dieser ersten Stunde.

Donnerstag, 23. April 2009

Relativ wichtig

In den letzten Tagen gab es sehr viele verschiedene Themen, die mich umgetrieben haben - die meisten davon kamen unerwartet auf mich zu.

So blieben zum Beispiel die Unterhaltszahlungen für meine Tochter aus - ich habe das Gespräch mit ihrem Vater gesucht, es war eines von der so unerfreulichen Sorte, dass die 15min mir für's nächste Jahr sicherlich reichen. Das ganze ist ärgerlich - und auch ungerecht - aber die Welt wird davon nicht untergehen - auch nicht meine.

Auf Arbeit erzählte ein Kollege von seinen Einsätzen bei "Ärzte ohne Grenzen" und zeigte in einem weitern Nachtdienst in einer ruhigen halben Stunde eine sehr informative und eindrückliche Präsentation der Arbeit.
Ich denke schon lange daran herum, was ich mit meinem Leben anfange, wenn meine Tochter dann aus dem Haus ist. Ich bin jung schon Elternteil gewesen und habe Verantwortung getragen -ich bin noch jung, wenn ich wieder nur für mich selbst verantwortlich bin. Schon immer schwebte so als vage Idee so etwas wie Ärzte ohne Grenzen in meinem Kopf herum, aber ich habe mich nie genauer informiert, weil die Zeit bis dahin immer so lange schien. Dieser Vortrag hat mich jetzt aus den vagen Träumereien gerissen und das Nachdenken über das was ich mit meinem Leben anfangen will wieder in Gang gesetzt.
Was ich erfahren habe war weitab von romantischem "Helfen" - sondern hatte viel zu tun mit viel Einsatzbereitschaft, viel Realismus und auch einer gehörigen Portion Mut der Heimat und den damit verbundenen Bequemlichkeiten für mehrere Monate den Rücken zuzukehren.

Eine Bedingung um überhaupt bei Ärzte ohne Grenzen arbeiten zu können ist z.B. Reiseerfahrung, womit nicht das 5 Sterne-Hotel auf dem Malediven gemeint ist. Also habe ich ein wenig rescherschiert und bin auch auf einige Angebote für Kurzeinsätze gestoßen. Aufgrund der etwas reduzierten finanziellen Lage (siehe oben) habe ich dies für dieses Jahr ad acta gelegt, zumal es mit Impfungen, Visa und ähnlichem für Ende Juni sowieso etwas knapp geworden wäre. Aber ich möchte es für nächstes Jahr ins Auge fassen - dann kann ich auch meinen Urlaub danach planen.

Eigentlich wiederspricht dies meinen unklaren Vorstellungend davon irgendwie Karriere zu machen - aber ein Hilfseinsatz im Urlaub ist noch keine Verpflichtung irgendetwas weitergehendes in der Richtung zu tun. Vielleicht ist mir danach auch klar, dass ich den Kulturschock, die räumliche und zeitliche Nähe mit anderen in einem Projekt oder einfach das Heimweh auf Dauer nicht verarbeiten kann oder möchte. Aber dann hätte ich zumindest eine Erfahrung gemacht.

Beim Suchen nach solchen Einsatzmöglichkeiten für maximal 4 Wochen bin ich dann auf Kurzeinsätze in Indien gestoßen, die sich interessant und machbar anhörten. Im Kleingedruckten stand bei den sonstigen Kosten: Für Frauen ca 30-35 Euro für landestypische Kleidung (Sari). Da habe ich dann erst einmal geschluckt - und zwar nicht wegen des Preises.

Hier kommt der Brückenschlag zu Überschrift - was ist wichtig?

Wenn ich als erkennbare biologische Frau einen solchen Einsatz machen möchte - dann muss ich mir eben einen Sari anziehen. Ich habe mich gefragt ob das ein Problem für mich ist - ob dies meine Person tangiert.

Ist es mir wichtiger ein paar Ziele in meinem Leben zu erreichen, vielleicht auch etwas bewegt zu haben - oder ist es mir wichtig, dass mein Nachbar sieht, dass ich ein Mann bin?

Würde ich für eine Testosterontherapie die Option einen Auslandeinsatz zu machen in den Wind schreiben, wenn ich wüsste, dass dies bei der Beurteilung der Tropentauglichkeit ein Problem darstellt(Schon alleine die Medikamentenlagerung könnte ein Problem sein) oder würde ich in den sauren Apfel beißen eben irgendwie eine Frau zu sein -wenn´s von außen eben nun mal so aussieht?


Ich finde diese Fragen nicht nur relativ wichtig - ich halte sie für Fragen von immenser Bedeutung, selbst dann, wenn das eine das andere nicht ausschließt.
Beantworten kann ich sie heute nicht, aber auf die ganz lange Bank schieben möchte ich sie auch nicht.

Dienstag, 14. April 2009

Zeitgras

sundown behind gras

zeitgras wächst über all die spuren
die du hinterlassen hast.
wenig zeugt noch von deinen wegen
deine worte verwehte der wind
aus der erinnerung
deine stimme hallt nur noch leise
durch die gedanken

zum zweiten mal blühen unbeirrt die bäume
balzen die vögel, erwacht die natur
die vergessen hat dass du je deine pfade gezogen hast

hast du sie gesehen auf deinen endlosen wanderungen
Die natur, die so machtvoll erwachte
während du schon innerlich gestorben warst

zeitgras wächst über die wunden
die dein sterben riss.
dumpf bohrt er noch in der tiefe
der schmerz der verlassenheit
nur ab und zu bricht die fassungslosigkeit
erneut an die oberfläche
warum konntest du nicht bleiben

zum zweiten mal jährt sich dein entschluss
deinen abschied zu zelebrieren
mit deinen lieben zu feiern

hast du den schmerz geahnt der ihre gesichter altern
Und ihre körper schwer und dumpf werden lies
als dein leben sich nicht mehr lohnte

zeitgras wächst über die spuren
nur wenige finden sie noch
und wissen sie zu deuten.
so wie die stiefel in denen du um dein leben liefst
ein ganzes jahr in vielen nächten
wohin bist du gelaufen, was hast du gesucht
sie tragen die spuren deines kampfes

abgeschabt verschlissen ganz und gar am ende
warst du am ende der stiefel
auch an deinem ende angekommen?

hast du gewusst wie sehr du vermisst wirst
wie lange das leiden währt
als du deinen tod plantest?


zeitgras wächst über dein leben
es schmerzt zu wissen, dass du nie das meer gesehen
und niemals eine frau geküsst hast
zeitgras wächst über die erinnerung
doch nur dort wo sie banal und belanglos war
der zeitsamen geht nicht auf
bei denen die dich im herzen tragen.

ich wünsche dir es geht dir dort wo du jetzt bist
besser als hier – wo du nicht zuhause sein konntest.

Sonntag, 29. März 2009

Zähe Tage

Die letzte Woche habe ich nach dem neuen Konzept auf Arbeit eine Woche Auszeit vom Schichtdienst gehabt und von halb neun bis halb fünf gearbeitet. Eine ungewohnte Erfahrung, die ihre Licht- und Schattenseiten hat. Auf der einen Seite hat sich sofort eine gewisse Regelmäßigkeit eingestellt, sowohl was die Essenzeiten als auch was die Schlafenszeiten anging. Trotzdem blieb von diesen Tage gefühlt wenig übrig.
Ich war abends um halb sechs zuhause und ziemlich geschafft und energielos. Viel ist nicht gelaufen außer Arbeiten und Schlafen. Der Wohnung sieht man es an - die muss heute noch dran glauben.

Gestern hatte ich noch einen Spätdienst und heute ist endlich frei - doch die nächsten fünf Tage Arbeit stehen schon an.
Manchmal frage ich mich woher andere die Energie nehmen Vollzeit zu arbeiten, ihre Wohnung, ihr Haus auf Vordermann zu halten, womöglich noch Kinder und die Oma zu versorgen und gleichzeitig noch ihren Freizeitaktivitäten nachzugehen. Meine Batterien sind nach sechs Arbeitstagen leer, was dazu führte, dass ich heute zwar um neun Uhr aufgestanden bin - aber von elf bis ein Uhr noch einmal tief und fest geschlafen habe.

Diese Woche habe ich aufgrund eines Thread im FTM alte Bilder rausgekramt. Es ging um Modesünden der Vergangenheit. Dabei habe ich mir ein stück weit die Unwissenheit vergangener Tage zurückgewünscht, das irgendwie falsch sein und nicht wissen warum. Im Anbetracht meines mich Nicht-Bewegen-Könnens, scheint es verlockend seine Anstrengungen darauf zu richten die Zugehörigkeit als richtig zu empfinden, die so offensichtlich ist. Aber eines fiel mir bei der Betrachtung der Bilder ebenfalls auf... genau diese Zeiten waren geprägt von ganz vielen vergeblichen Versuchen z.B. von den Jungs meiner Klasse als ihresgleichen akzeptiert zu werden - und nicht als Mädel toleriert zu werden , das irgendetwas "für ein Mädel" aber ganz schön gut kann. Das waren auch anstrengende Zeiten.

Ich kann das Rad nicht zurückdrehen, keinen Gedanken der gedacht wurde wieder ungedacht machen - das Leben geht nur vorwärts - und im Großen und Ganzen ist dies auch gut so.
Und weiter heißt es aushalten oder bewegen... zum Bewegen reicht der "Leidensdruck" (ein Wort das ich nicht mag) nicht - also aushalten, hinschauen, wahrnehmen und abwarten.

Bei einem kleinen Spaziergang heute - für den den Sonne beschloss sich wieder hinter den Wolken zu verkriechen - habe ich noch wenig Frühling gesehen. Nächste Woche soll er kommen, der Frühling - mich hungert nach Licht.

Donnerstag, 5. Februar 2009

Aggregatzustände

Ich bin müde.
Ich bin seit Ende letzten Jahres schon zunehmend müde - inzwischen habe ich das Gefühl aus der Müdigkeit gar nicht mehr herauszukommen. Eine Möglichkeit ist, dass es an dem Antidepressivum liegt, das ich seit Mitte letzten Jahres nehme. Ich habe jetzt angefangen zu reduzieren und mache mir ein wenig Sorgen, dass ich jetzt zwischen einem Gefühlsloch und dauernder Müdigkeit wählen kann, das ist so eine der Wahlmöglichkeiten, die ich mir nicht wirklich wünsche. Ich hoffe mal das beste... dass die Müdigkeit wieder geht und dass die Stimmungschwankungen nicht wieder kommen.

Ich bin müde.
Ich bin müde des Nachdenkens und des Grübelns - ich habe keine Lust mehr mich zu rechtfertigen vor mir selbst, keinen Nerv mehr darauf mit mir selbst zu diskutieren. Es macht mich müde, dass ich kein Ende sehe. Nachdem ich mich auf den Weg gemacht hatte war es gut und richtig auf dem Weg zu sein - endlich. Jetzt herrscht wieder Stillstand und ich warte dass etwas passiert.
Ich gehe mit meinem Gendertrouble ziemlich offen um - außer auf Arbeit - und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis das Wissen oder die Gerüchte darum auch im Arbeitsumfeld eintreffen. Eine Freundin sagte letztens ich würde es ja darauf anlegen - vielleicht hat sie recht. Vielleicht warte ich darauf, dass von außen ein Impuls kommt, eine Frage, eine Anklage, ein Vorwurf, der mich zwingt Posititon zu beziehen.
Dies halte ich eigentlich nicht für einen guten Weg um zu Entscheidungen zu kommen - mir wäre es lieber ich fände für mich selbst heraus was ich tun will. Aber es ist so wie es vorher schon war... ich kann diese Wand nicht wegräumen, dies Mauer aus Ängsten, nicht einmal unter der Prämisse, dass ich diesen Weg den sie mir verschließt ja gar nicht gehen muss. Ich werde wohl einen Termin bei meinem Psychotherapeuten machen.... die Wand muss weg.

Ich bin hellwach
auf Arbeit - ich mag die neuen Herausforderungen - zunehmend zur immer noch steigenden Arbeitsdichte. Ich wachse in meine neue Rolle hinein und entdecke den Gestaltungsspielraum, den diese mir gibt. Das Jahr im Beruf fing sehr gut an.

Es hat mich erschreckt das Fazit des letzten Jahres noch einmal zu lesen - die Angst auch in diesem Jahr zu keiner Entscheidung kommen zu können - weil es nach wie vor noch so wahr ist und die Aussicht auf einen zeitlich unbegrenzen Schwebezustand ist nicht gerade verlockend.
Ich bin froh, dass ich einen Job habe, in dem ich mich wohl fühle - der mir finanzielle Sicherheit bietet - und in dem ich mich entwickeln will, so dass sich zumindest auf dieser Schiene etwas bewegt. Meine anderen Entscheidungen müssen nebenher laufen, denn ich brauche den Job als Existenzgrundlage - ich hoffe ich finde den richtigen Mix meine Energien aufzuteilen.

Donnerstag, 1. Januar 2009

Dinge die man vermeiden sollte.....

..... wenn man gerade beschlossen hat, dass alles so bleibt wie es ist und alles gut ist:

1. Sich bei Gayromeo anmelden und Photos gucken.

Also sollte irgendjemand gerne Bilder von schönen knackigen Männern suchen, so ist er dort bestens aufgehoben.
Sollte man gerade beschlossen haben, dass es sich als Teilzeitkerl im Frauenkörper und mit dem Begehren nach Männern ganz gut lebt und man super damit zurechtkommt - so ist das pures Gift.
Man wäre besser in Wolkenkuckucksheim geblieben und hätte seinen Tagträumen Raum gegeben - da geht das nämlich - konfrontiert man sich mit der Realität dann wird's ein bißchen frustrierend, denn aus dem kleinen Anteil derer, die in dieser Community mehr als nur den schnellen Fick suchen auch noch den zu finden, der einen Frauenkörper auch männlich finden kann .... naja Utopia wurde nicht an einem Tag erbaut.

2. In einer großen Community nach den wenigen Männern suchen, die sich dort als homosexuell angemeldet sind...
... und sich die netten Paarbilder anschauen... und das heulende Elend kriegen - nun gut zum heulen hat es nicht gereicht - zum reichlich genervt und wütend sein aufs eigene Schicksal schon.

Dies sind zwei von den Dingen, die man vermeiden sollte, wenn man nicht bereit ist, den eigenen Sehnsüchten wirklich ins Gesicht zu schauen.

Ich hasse Tage wie diese.

Dienstag, 30. Dezember 2008

The end of the year

Das Ende des Jahres ist so eine Zeit, zu der man überlicherweise Bilanz zieht. Was ist gewesen, was habe ich erreicht, wie ist es gelaufen so im letzten Jahr?
Da stehe ich nun und komme zu keinem Schluss. Beruflich hat dieses Jahr mich gut vorwärts gebracht - aber persönlich?

Immer noch und immer wieder zwischen allen Stühlen stehend geht es mir insgesamt besser und entspannter aber die Frage nach dem "Wer bin ich?" ist immer noch nicht geklärt.
Sie tritt dann in den Hintergrund, wenn ich mich nicht damit beschäftige und bricht dann wieder auf, wenn ich danach gefragt werde.
Ich komme mit meinem weiblichen Namen und Pronomen gut zurecht, dort wo niemand etwas weiß - aber dort, wo ich geoutet bin trifft mich jedes "sie" wie ein elektrischer Schlag - es macht mich nicht wütend, eher ein Stück weit gesigniert - was kann ich denn erwarten, solange mich die Menschen weiblich wahrnehmen?
Genau das verhindert, was ich mir dringend wünschen würde - einen Alltagstest, ein Ausprobieren, ob es wirklich das richtige ist - und eben kein Clownspraktikum, das auf den Godwill anderer angewiesen ist.
Ich frage mich, wie ich jemals zu einer aktiven Entscheidung kommen soll - und zu welcher. Ein Zurück ins verkrampfte Weiblich-Sein ist mir unvorstellbar - ein vorwärts mit Testosteron ist aufgrund der Endgültigkeit der Entscheidung zwar ein nettes Gedankenspiel, stürzt mich aber in Ängste, denen ich mich nicht aussetzen möchte.
So stehe ich hier rum auf meinem Rastplatz und warte darauf, dass irgendetwas passiert und ich meine Reise fortsetzen kann - wohin auch immer. Ich kann hier sicherlich noch eine Weile verharren - noch ist es ok, aber für wie lange noch?

In einem Gespräch mit Freunden ging es um Veränderungen im Leben und ich habe geschildert, wie ich große Veränderungen angegangen bin. Ich bin niemand, der die Türen hinter sich schließt und ins kalte Wasser springt. Ich treffe meine Entscheidungen immer stückchenweise und lasse mir ein (manchmal nur gedankliches) Hintertürchen offen. Dies hilft mir den Mut zu finden Neues anzufangen.
Hier gibt es kein Hintertürchen - hier gibt es nur die Möglichkeit im jetzigen Zustand zu verharren und den gut zu finden - oder eine Tür zuzumachen und ins Wasser zu springen und darauf zu vertrauen, dass ich schon schwimmen kann.

Es frustriert mich, dass ich das Gefühl habe auch im nächsten Jahr dort keinen Schritt weiterzukommen. Es ist das gleiche Gefühl, das ich einmal in einer psychologisch betreuten Runde hatte. Dort war vor mir eine Grenze aufgebaut, die zu überschreiten ich Angst hatte - symbolisch durch einen Tisch mit Stühlen darauf dargestellt. Ich war nicht in der Lage dieses dumme Ding wegzuräumen um freie Sicht und freie Bewegungsmöglichkeiten zu haben. Ich habe es versucht und es ging nicht, ich war wie gelähmt. Schließlich hat jemand anders die "Wand" weggeräumt - aber wer soll das hier tun?

Im Moment geht es einfach weiter wie bisher - ich freue mich auf berufliche Herausforderungen und lasse den Rest mal hintenanstehen - vielleicht bis er sich wieder vehementer bemerkbar macht. Und dabei hoffe ich, dass ich mir mit dem Satz "Im Moment geht es mir ganz gut" nicht wieder mal in die eigene Tasche lüge.

Freitag, 5. September 2008

Untitled

Jetzt denke ich schon seit einiger Zeit ich sollte hier mal ein paar Worte verlieren, weil ich weiß, dass ich ein paar treue Leser haben. Irdendwie wollten die Worte nicht kommen und ich fand keinen Titel um zu beschreiben wie es mir geht.



Ein paar Tag geisterte der unsägliche Werbespruch "Ich will so bleiben wie ich bin" durch meine Gedanken - weil er auf eine ganz andere als die offensichtliche Weise ausdürckt was in mir vorgeht. Ich möchte mich nicht verändern, nicht das was ich als die Grundessenz meiner selbst betrachte.

Dann formierte sich das Wort "Zwischenweltwesen" in meinem Kopf und drückt aus, dass ich zur Zeit sehr gelassen zwischen den Welten hin und her-tingle. Auf der Arbeit als "Sie" bei Freunden als "Er" und unterwegs unter Fremden gelegentlich zumindest als "Ähm, wie bitte"
Blickwinkel eines Kiesel
Seit dem letzten Eintrag ist so einige Zeit ins Land gegangen. Ich war inzwischen in Urlaub, zwei wundervolle Wochen in Frankreich, die letzten neuen Tag am Atlantic.

Ich war wieder allein mit dem Zelt unterwegs und mir ging es einfach phantastisch - viel besser als das letzte Jahr, da ich wusste was mich erwartet mit mir selbst. Dieses Jahr habe ich außer dem Bikini fürs Schwimmen keine "weiblichen" Kleidungstücke mitgenommen. Beim Schlendern durch eine Touristen-Schnick-Schnack-Einkaufsstraße überfiel mich kurz so etwas wie Wehmut - darüber, dass ich nicht sein kann, was mein Körper suggeriert. Es gibt unmengen Fummel für Frauen und Mädels zu kaufen und kaum was für Männer - schade eigentlich.one of a million sundowns

Auf einer Familienfeier habe ich meinen Anzug nun zum dritten Mal ausgeführt und ich habe mich so wohl gefühlt wie auf noch keiner solchen Feier je zuvor. Man hat es einfach akzeptiert - auch die Gäste die mich nicht kannten. Es hat mich nicht gestört, dass ich dort nicht geoutet bin - es war einfach ein rundum gelungener Tag.


Einen Tag nachdem ich wieder zuhause war habe ich mir auf dem Weg zur Arbeit einen Bänderriss zugezogen - das ist jetzt zwei Wochen her - und diese Zeit habe ich überwiegend vor dem PC zugebracht. Eigentlich Zeit genug zu schreiben - und doch hat mir die Muße gefehlt. Es ist wenig passiert was mit dem Grund für diesen Blog zusammenhängt.
Aber vielleicht ist das ja auch ein Posting wert: Es geht mir gerade saugut. Ich fühle mich so wohl wie seit Jahren nicht mehr. Ich brauche mich nicht verstellen, ich kann zum ersten Mal so sein wie ich bin - und das auch dort wo ich über das Thema noch nie gesprochen habe. Meine Arbeitskollegen haben sich an meinen inzwischen nur noch männlichen Kleidungstil gewöhnt und schauen nicht mehr komisch - ich genieße es "Er" zu sein bei meinen Freunden und noch mehr das eine oder andere völlig unerwartete Passingerlebnis.
Mein Körper stört mich im Moment wenig - auch wenn ich weite Hemden bevorzuge wegen der Oberweite - der Rest ist schon ok. Ich bekomme kein Bild, kein Gefühl dafür, wie es tatsächlich wäre, wenn ich einen Bart bekäme um mir Haare auf der Brust sprießen würden. Ich lasse das im Moment so stehen - vielleicht habe ich meinen Platz gefunden - vielleicht zieh ich irgendwann weiter - ich weiß es nicht.

Montag, 26. Mai 2008

Sich selbst vertrauen

"Du kannst dem was du wahrnimmst vertrauen!"

Ein einzelner, fast banaler Satz. Wem oder was sollte ich sonst (ver-)trauen?
Und doch hat dieser Satz zu einer unglaublichen Anspannung geführt und dazu dass ich ein ganz klares Gefühl dazu hatte: Das ist gelogen!
Dieser Satz hat mich wütend gemacht, weil er sich so falsch anfühlt, wie er wahr sein sollte.


Wer wenn nicht ich ist der Experte für mein Leben, für das was ich fühle, für das was ich sehe, höre und rieche, für das was ich wahrnehme? Warum fällt es mir trotzdem so schwer das einfach zu glauben?
Ich beobachte mich dabei, wie ich andere beobachte um aus ihren Reaktionen zu schließen wie ich bin, wie ich wirke, wie ich ankomme. Das ist ein ebenso zeit- und kräfteraubendes wie unzuverlässiges Verfahren um sich in der Welt zurechtzufinden. Dabei geht es nicht darum Kritik und/oder Lob, Anregungen und Reflexion von anderen anzunehmen und zu überdenken.
Kein anderer kann mir sagen, wie es in mir drin aussieht, niemand weiß was mein Innerstes bewegt - Feedback kann ich nur über das bekommen, was von außen sichtbar ist und durch den Filter von Erfahrungen und individuellen Bewertungen wahrgenommen wird. Dies kann im völligen Gegensatz zu dem stehen, was ich selbst für mich empfinde.

"Du kannst dir selbst vertrauen!"
Dieser Satz bewegt mich jetzt schon ein paar Tage lang - vielleicht verändert er etwas, holt mich raus aus der Bewegungslosigkeit und gibt mir Mut und Kraft Entscheidungen zu treffen.

Immerhin habe ich zumindest ein Gefühl dazu, dass es sicherlich sehr angenehm wäre mir selbst zu vertrauen.

Freitag, 9. Mai 2008

Overkill


Wenn man nur genügend Geräte an eine Mehrfachsteckdose anschließt, dann kann man eine Menge Dinge gleichzeitig tun, Musik hören und im Internet surfen, Haare fönen, Toatbrot toasten, den Brotbackautomaten arbeiten lassen, Kaffee kochen, Akkus laden, den Weihnachtsbaum beleuchten, eine zweite Mehrfachsteckdose anschließen, Getränke kühlen, Wäsche waschen. Tolle Sache.


Es könnte sein, wenn man jetzt noch den Trockner anschließt, an dieselbe Steckdose, die ihren Strom aus nur eine Quelle bezieht, dass dann gar nicht's mehr geht von alledem, was eben noch so wunderbar gleichzeitig funktionierte.

So fühle ich mich gerade. Ich habe es kommen sehen, die Lichter flackern schon seit einer Weile ab und zu und immer öfter. Jetzt als ich Urlaub hatte kam der Crashdown und es geht nichts mehr. Wenn es zum Problem wird ein paar Blumen zu gießen oder einen Anruf zu tätigen, dann wird es Zeit sich Gedanken zu machen woher die Kraft noch kommen soll, oder ob man vielleicht ein paar Kraftquellen verloren hat - oder ob man ein paar Verbraucher abschalten kann.

Würde es sich um eine Steckdose handeln wäre es recht einfach - im Leben ist's nicht ganz so banal. Ich war heute erst mal beim Arzt und habe die Arbeit für eine Woche "abgeschaltet", habe mich auch dem Trauerprozess in meinem Umfeld ein Stück weit zurückgezogen. Aber das war auch schon alles. Meine Weiterbildung ist ein MUSS für meinen weiteren beruflichen Weg, auch wenn die Anforderungen, die dort an mich gestellt werden, fast panikartige Gefühle in mir erzeugen. Ein Gefühl, das ich in dieser Intensität nicht kenne. Meinen ganzen Trans-Gedanken würde ich auch mal gerne den Stecker ziehen für eine Weile - und dann ganz langsam eines nach dem anderen wieder schön ordenlich einstecken - nicht ohne zwischenzeitlich mal zu schauen ob die Spannung noch reicht, Energie plus Reserve ordentlich vorhanden ist.


Dienstag, 6. Mai 2008

9 Sekunden

9 Sekunden freier Fall.

Den Todestzeitpunkt hat die Gerichtsmedizin auf den Zeitraum zwischen 23:30 gestern und 1:30 heute festgelegt. Das war vor einem Jahr.

9 Sekunden ist das Video lang, dass ich zum Ausprobieren meiner Kamera ein paar Tage nur vorher drehte.

9 Sekunden - ich hoffe sie waren ok für dich, es waren deine letzten. Ich hoffe du hast sie nicht bereut, sondern dem ersehnten Ende erleichtert entgegengesehen.

Jetzt müssen nur noch die, die du zurückgelassen hast damit klar kommen - das dauert ein bißchen länger als 9 Sekunden.

Dienstag, 12. Februar 2008

Traumzeit

Wieder beschäftigen mich Träume, die meine Nächte unruhig und meine Tage nachdenklich machen.

Vor ein paar Tagen träumte ich von meiner Familie, zu der ich seit vielen Jahren schon keinen guten Kontakt und seit über zwei Jahren gar keinen Kontakt mehr habe.
Im ersten Traum starb einer meiner Brüder durch Suizid.
Gleich am nächsten Tag nistete sich meine Mutter in meinen Traum und wohnte auf einmal bei mir und ich hatte sofort das Gefühl der Einmischung und Gängelung.
Dieser Traum begleitete mich durch den ganzen Tag, vor allem das Gefühl, dass sie in meinen vier Wänden ist lies sich über Stunden nicht wirklich abschütteln.

Inzwischen weiß ich, dass niemandem etwas passiert ist - trotzdem hat mich dieser Traum verwirrt. Ich habe ein Gedicht geschrieben, um zu verarbeiten um loszulassen. Es ist bitter geworden und hart - so bitter wie die Beziehung die es beschreibt.

Heimsuchung

Heute Nacht nun, wiederum in wirren plastischen Träumen, erfuhr ich von einer guten Bekannten, dass sie schon seit geraumer Zeit Testo nimmt. Ich fragte mich, warum alle anderen das wohl so hinkriegen nur ich nicht in die Pötte komme. Heute morgen musste ich lächeln über das was ich meiner Bekannten da im Traum mal so übergestülpt habe.

"Träume haben fast immer mit einem selbst zu tun"


Meine Beziehung zu meiner Mutter - im Unterbewußtsein immer noch Kontrollinstanz, mein Wunsch nach Veränderung - fraglich.

Letztes Jahr um diese Zeit habe ich auch viel geträumt. Danach hat sich etwas verändert und neue Denkpfade wurden möglich. Vielleicht ist das ja dieses Jahr wieder so.

Montag, 11. Februar 2008

Heimsuchung

Du geisterst durch meine Träume
nach über 20 Jahren
und verfolgst meinen Tag
beengst meine Lebensräume

Du besuchst meinen Schlaf uneingeladen
nach zwei Jahren Funkstille
nimmst mir die Luft
weckst alte Gefühle – schuldbeladen

Du schickst mir die Schrecken
der Kindheit in meinen Traum
und fesselst mich wieder
mit Verboten in allen Ecken

Du bleibst wenn der Traum mich verlässt
in meiner Gegenwart
wie zäher schwarzer Nebel
und meinen Geist nagelst du fest

Du hast hier nichts mehr zu suchen
das weißt du genau
unter einer Bedingung nur
öffne ich die Tür und du kannst mich besuchen

Also verpiss dich aus meinem Traum
ruf an wenn du was willst
und stell dich der Wahrheit
denn mich kennst du immer noch kaum

Mit deinen Dogmen bleib mir gestohlen
von deiner Enge wird mir schlecht
dein Leben macht mich traurig
könnt ich, hätte ich dir Spaß haben befohlen

Hör auf demonstrativ an mir zu leiden
mit bitt’rer Mine Verlust zu beklagen
Hast du Zuspruch von anderen
die sich an deinem Elend weiden?

Glaub mir es ist gut, dass du nichts weißt
es würde dir das Herz zerreissen
hinter deinen Gedankenkerkermauern
die du and’ren als das Paradies verheißt

Es gibt bei mir für dich nichts mehr zu versäumen
die Wege trennten sich vor Jahren schon
die Worte entstammen kaum derselben Sprache
Verpiss dich einfach nur aus meinen Träumen.

©re-laxed 02/2008